Es ist viel Schnee ins Land gefallen, viele Seiten umgeblättert worden, viele Schweinehunde überwunden worden, viel Tinte geflossen...und es ist endlich vollbracht: 30 Credit Points gesammelt, Sozialleben wiedergewonnen, Freiheit! Dieser Zustand besteht natürlich schon seit ein paar Wochen, die gähnende Leere auf diesem Blog ist also nur teilentdschuldbar, aber nach meinen unendlichen akademischen Ergüssen gingen mir sämtliche Schreibaktivitäten gegen den Strich, ich wahrsten Sinne (haha, Bombenwitz!). Was war so los in dieser Zeit des Leidens? Wie jedes Mal nicht viel, vor allem da sich mein Sozialleben weitestgehend auf gemeinsame Tischgespräche mit meinen wunderbaren Mitbewohnerchen beschränkte. Da war es nur konsequent, in unserer Dreiergemeinschaft einmal gegenseitig unsere jeweiligen Talente darzulegen: Sternekoch Niclas servierte uns ein "feines Nachtessen" (Warnung: sprachliche Entwurzelung aufgespürt, der Autor verschweizert!), Eva präsentierte Ihre Kollektion von selbstgemalten Kindercomics, und ich unterhielt die Abendgesellschaft mit meinen neuesten neurosischen (uh, ein Fremdwortexperte im Publikum?) Phantasien (der 1200 Seiten Corporate Finance Schinken wollte mich im Traum aufessen, aber dann schoss ich ihm eine Ladung betriebliche Ethik entgegen! Dank meines hervorragenden "Beziehungsmarketings (heavy CRM)" umging ich aber einer Verurteilung durch die obersten Dekanatsrichter). Die braune Soße dort auf dem Foto ist übrigens Kürbiskernsuppe, ein hoher Genuss.

4 Wochen später war alles vorbei und es durfte gefeiert werden. Studentenpartys in überfüllten Clubs, feuchtfröhliche Gesellschaftsspieleabende im AIESEC Büro (hoffentlich sind die Fotos verschwunden) und stupides in der Sonne (19 Grad im März, gehts noch!) rumliegen gaben sich die Hand. Bis ich mir so dachte: Winter, Schweiz, Menschen mit Brettern unter dem Arm...da war doch was?!

Na sichi, deswegen war ich doch hergezogen: Skifoarn, die Alpen riefen. Da nun auf 2 Brettern den Berg runtereiern unter Eidgenossen schon seit längerem sehr viel uncooler gesehen wird als dies auf einem Brett zu tun, verhielt ich mich opportunistisch und nahm mir meine Boardlehrerin mit. Frohen Mutes 2 Stunden im Zug und Verleihladen rumgesessen ("Na, fährt er zum ersten Mal?" konnte ich die Verleihtante noch mit Moni lästern hören), bis ich im Lift saß und erste Panikanfälle bekam (links). Ich musste mich spontan an meine jämmerlichen Versuche auf einem Skateboard

erinnern (vor 10 Jahren?), mein nicht-Talent auf Mono-Brettern kam mir plötzlich wieder in den Sinn. Und die bösen Vorahnungen erfüllten sich. Ich verliere nicht unnütze Worte, das Ergebnis nach nur 2 Tagen sieht so aus (rechts). Um meinen letzten Rest von Selbstachtung zu behalten stieg ich für einen Tag doch wieder auf Stereo-Bretter um.
Während ich dies schreibe ist der ganze Spaß schon wieder vorbei und die erste Semesterwoche rum. Da bleibt einem als Freude nur, gedanklich in die Zukunft zu schweifen: Ich sehe Geburtstags-BBQ-Partys mit Gästen aus fernen Ländern, 5 Minuten Spaziergänge zum Flussbad, angeduselte Fahrradtouren um den großen hannöverschen Teich, Erasmus-Gedächtnisreisen (Rom?) und ganz fern...Ach ja,
http://www.uefa.com/competitions/euro/organisation/ticketing/overview.html, dann steig ich mal kurz in die Lotterie ein.